Halbquadrat Saturn – Pluto
(Transit: Saturn → Natal Pluto)
Avesalom Podvodnyj. Aspekte
Halbquadrat Saturn: Beim tiefen Bohren nach der inneren Welt kann statt eines Geysirs der Spiritualität ein Ölschacht sprudeln. Dieser Aspekt ist nicht so hart wie das Quadrat Saturns, aber tückischer, da er dem Menschen das Gefühl tiefer Einsicht in die von dem Planeten beherrschten Bereiche gibt – doch diese Tiefe ist weitgehend illusorisch, während die Dogmatik der Methoden, sie zu erreichen, durchaus real ist. So gibt etwa das Halbquadrat Saturn–Merkur einen Menschen, der immer weiß, wie es sein muss, besonders in den von Merkur regierten Gebieten; sein Denken ist dabei indirekt, dogmatisch und unerschütterlich, und es ist praktisch unmöglich, ihm seine Begrenztheit zu beweisen. Das Halbquadrat Saturn–Pluto hingegen erzeugt einen Menschen, der weiß, wie es nicht sein darf, und der genau weiß, wie man dies ausrotten muss – ohne dabei, zumindest auf niedrigem Niveau, irgendwelche Zweifel zu hegen. Solange dieser Mensch egozentrisch eingestellt ist, bleibt ihm die Sphäre des Planeten als lebendige Realität unzugänglich und kann sogar Irritation auslösen, weil sie sich nicht in seine Rahmen fügt; tatsächlich verletzt er sie, obwohl er selbst glaubt, alles, was er tut (strukturiert, vernünftig begrenzt, weise auf den rechten Weg führt), diene ihr ausschließlich zum Wohl. Ist Saturn verletzt, kann dieser Halbquadrat dem Menschen tiefe seelische Wunden zufügen, doch ihre Quelle – die zu starre Wechselwirkung mit den Sphären des Planeten – bleibt lange unverständlich oder unklar. Hier erfordert die Aufarbeitung großes Selbstopfer und mutiges Vertiefen in die Sphären des Planeten durch die Augen anderer Menschen und in deren Interesse, selbst wenn es dem Betreffenden längst klar und offensichtlich erscheint; erst wenn er den Planeten durch die Augen anderer sieht, durch die Brille ihrer Probleme, und ihnen bei deren Lösung hilft, kann der Mensch etwas wahrhaft Wertvolles, Konstruktives und Zuverlässiges schaffen.
Halbquadrat Pluto: Die Mafia sollte in kugelsicheren Särgen begraben werden. Auf niedrigem Niveau neigt dieser Mensch dazu, das Böse in den vom Planeten beherrschten Bereichen gemäß seiner klaren Vorstellungen davon gnadenlos auszurotten – und gerade in der Klarheit und Deutlichkeit dieser Vorstellungen liegt seine Stärke, zugleich aber auch die Begrenzung seiner evolutionären Entwicklung, die er viel später begreifen wird. So kann etwa das Halbquadrat Mond–Pluto einen großen Zensor, einen Krebschirurgen oder Psychotherapeuten hervorbringen, doch in jedem Fall wird dieser Mensch ein klares Bild vom Bösen haben und gut ausgearbeitete Methoden zu seiner Vernichtung. Im Innenleben verleiht dieser Aspekt den Sphären des Planeten Härte und Unversöhnlichkeit gegenüber bestimmten eigenen Schwächen, was seltsamerweise mit der Ignoranz anderer einhergeht; hier sollte der Mensch indirekt vorgehen, indem er sich der Verbesserung der äußeren Welt in deren Interesse oder anderer innerer Bereiche widmet – und erst dann kommen seine plutonischen Werkzeuge zum Einsatz, sei es eine Zahnbürste oder ein Kleiderbürste, je nach Position Plutos im ersten oder fünften Haus. Ein unausgearbeiteter Aspekt kann tiefe innere Verletzungen sowie fatale disharmonische Umstände im äußeren Leben mit sich bringen, die als karmische Reaktion auf das bewusste oder unbewusste harte Vorgehen des Menschen bei dem Versuch einer groben „Säuberung“ der Planetensphären ohne Verständnis für deren wahre Probleme auftreten.



