Halbquadrat Merkur – Jupiter
(Transit Merkur → Natal Jupiter)
Avesalom Podvodnyj. Aspekte
Halbquadrat Merkur: Künstliche Intelligenz ist immer eine unverantwortliche Intelligenz. Dieser Aspekt verleiht auf niedrigem Niveau eine versteckte Denkfaulheit, die gleichzeitig den Eindruck von Beweglichkeit erweckt, die manchmal sogar mächtig wirkt. Der Mensch kann logisch und richtig sprechen, doch in seiner Rede werden gewaltige Verzerrungen spürbar, als würde er seinen Worten einen anderen, völlig falschen Sinn unterlegen. Der Mensch selbst wird dies jedoch nicht bemerken, genauso wenig wie er die Profanierung wahrnimmt, der er (in den Bereichen des Planeten) fremde mentale Bilder und überhaupt Informationen bei deren Wahrnehmung unterzieht. So wird etwa das Halbquadrat Merkur–Mars ein sehr begrenztes Set an mentalen Schemata bieten, mit denen der Mensch jede Art von Aktivität und Energie – seine eigene wie die anderer – erfasst und lenkt, wobei er sich oft auf die Kategorien „gut – schlecht, eigen – fremd, Freund – Feind“ beschränkt. Dadurch ist es ihm unmöglich, den zwiespältigen Charakter jeder Aktivität zu erkennen und zu berücksichtigen. Dabei kann seine Sprache (besonders bei harmonischem Merkur) auf den ersten Blick kraftvoll, überzeugend und logisch klingen und jede Hürde – einschließlich der Wahrheit – überwinden. Die Verarbeitung erfordert das Bewusstwerden der Begrenztheit der eigenen mentalen Schemata und den Aufbau eines Gebäudes auf deren (solider!) Grundlage für andere Zwecke (und Bewohner), als der Mensch zunächst annimmt; auf hohem Niveau ist dies Geist, also das, was über Denken und Logik hinausgeht, doch zu dem sowohl diese als auch das andere wie Wegweiser führen müssen, die den Suchenden durch das Labyrinth zum verborgenen Schatz geleiten.
Halbquadrat Jupiter: Wem viel gegeben ist, von dem wird ganz anderes verlangt. Dies ist der Aspekt der selbstgemachten Philosophen im Bereich des Planeten. Der Mensch wird hier ein in vielem dogmatisches Denken entwickeln, dessen Hauptziegel sich bei näherer Betrachtung als sehr fest und ebenso unhandlich erweisen – und aus ihnen einen leichten, himmelwärts strebenden Tempel zu bauen, ist recht schwer. Im harmonischen Fall mag dieser Mensch in den Bereichen des Planeten eine Neigung zu Philanthropie zeigen, doch meist ist sie eng begrenzt und letztlich nicht uneigennützig, sondern das Ergebnis des Scheiterns, die Feinheiten des Planetenprinzips und seine weite Entfaltung zu begreifen. Jupiter bringt zwar Glück und Erweiterung der Möglichkeiten, doch in diesem Fall geschieht dies irgendwie mechanisch und formal, ohne Rücksicht auf die wahren Wünsche des Menschen, sodass seine Freude oft vergiftet sein kann oder das Geschehene ihm wie Hohn erscheint – wie etwa der Kauf eines Plüschhundes zum Geburtstag statt eines echten. Dieses Element der formalen Wohltätigkeit und des falschen Schutzes ist nur schwer zu überwinden, zumal das Leben dem Menschen (in den Bereichen des Planeten) nicht die besten Beispiele zum Nachahmen bietet. Dennoch erfordert die Verarbeitung hier ein tiefes (nicht weites) Eindringen in die Bereiche des Planeten und den Einsatz der vorhandenen Möglichkeiten des Menschen, um anderen Menschen wirklich zu helfen – unabhängig von der Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls. Dann wird in dem vom Menschen erbauten Tempel wirklich die Stimme Gottes erklingen.



