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Synastrische Astrologie

Der Bereich der Astrologie, der sich mit der Astrologie menschlicher Beziehungen beschäftigt, wird als Synastrie bezeichnet.

Wir leben in einer Welt der Menschen, daher vollziehen sich unser Leben, d. h. die Umsetzung des Lebensprogramms und die Erfüllung karmischer Aufgaben, nicht autonom, sondern in ständiger Wechselwirkung mit den Menschen um uns herum – sei es die eigene Familie, Nachbarn, Kollegen, Freunde oder zufällige Passanten. All diese Begegnungen tragen eine bestimmte inhaltliche Bedeutung und geschehen nicht zufällig.

Versuchen wir, die Geburtskarte nicht als symbolisches System, sondern als eine reale energetische Matrix zu betrachten, die nicht abstrakte astronomische oder sogar astrologische Symbole widerspiegelt, sondern konkrete Wechselwirkungen verschiedener Energien. Aus dieser Perspektive ist der Mensch nichts anderes als ein Strom bestimmter Energien, eine Art wirbelnder Fluss, der verschiedene energetische Richtungen in sich vereint. Bei der Interaktion mit anderen Menschen kommt es zu einer Wechselwirkung der Energien. Einige Energien werden sich, wenn sie verwandt sind, gegenseitig unterstützen, andere werden in Konflikt geraten oder stimulieren – was im Grunde dasselbe ist. Das Ergebnis hängt vom Grad unseres Bewusstseins ab. Für manche werden konfliktreiche Beziehungen Anlass für destruktive innere oder äußere Aggression sein, für andere ein Grad der Persönlichkeitsentwicklung und Transformation. Wie ein Weiser sagte: „Alles, was mich nicht tötet, macht mich stärker.“

Bevor wir uns der Analyse der Wechselwirkung konkreter Karten zweier Menschen zuwenden, müssen wir zunächst die Geburtskarte im Hinblick auf mögliche Interaktionstypen, denen der Mensch im Leben begegnen wird, eingehend betrachten. Denn der Typ der Menschen und der Charakter häufiger Wechselwirkungen wird durch die Geburtskarte bestimmt. Wenn also in der Radix eines Menschen Indikatoren für harmonische Beziehungsmuster überwiegen, dann wird er im Leben Menschen begegnen, deren Radix in harmonischer Wechselwirkung mit seiner eigenen steht. Wenn eine Person in ihrer Radix Hinweise auf dynamische Wechselwirkungen hat, wird sie im Leben ebensolche Beziehungen anziehen.

In diesem Sinne sollte zunächst die Qualität der Wechselwirkung sowie die Position von Sonne und Mond in der Radixkarte untersucht werden. Dies ist eine klassische, über Jahrhunderte bewährte Methode zur grundlegenden Bestimmung der wichtigsten menschlichen Beziehungen.

Zunächst gilt es, die Elemente zu bestimmen, in denen sich die beiden Lichter befinden. Diese Elemente zeigen die lebenswichtigen energetischen Quellen des Individuums auf. Die Sonne zeigt die natürlichste und organischste Art der Selbstverwirklichung in der Umwelt an, während der Mond als Signifikator des 4. Hauses auf die Art der Aktivität hinweist, zu der der Mensch auf unbewusster, instinktiver Ebene neigt. Man könnte sagen, dass er eine feine Verbindung zu den Problemen der Ahnenreihe und sogar zu den Pflichten hat, die dem Menschen durch seine Abstammung auferlegt sind. Der Partner muss dem Individuum daher in erster Linie in diesen Eigenschaften oder in den Eigenschaften der gegenüberliegenden Zeichen entsprechen. Trotz der Konfliktträchtigkeit der gegenüberliegenden Zeichen wird eine solche Wechselwirkung einen anregenden, stimulierenden Charakter haben. Dies zeigt sich besonders deutlich, wenn zwischen den beiden Lichtern in der Radix ein spannungsvoller Aspekt besteht.

Ein harmonischer Aspekt zwischen Sonne und Mond deutet auf Harmonie in den wichtigsten Beziehungen hin, mit denen der Mensch im Leben konfrontiert wird, insbesondere in der Familie. Mit einer solchen Person ist das Zusammensein leicht und angenehm, und Partner werden vor allem durch harmonische Aspekte zu ihrer Radix angezogen. Aus karmischer Sicht wird eine solche Person geboren, um das bereits begonnene (in ihren eigenen früheren Leben sowie in der Familientradition) Lebensmuster (die Tradition) weiterzuentwickeln.

Ein spannungsvoller Aspekt zwischen den beiden Lichtern deutet darauf hin, dass der Mensch nach dynamischen Wechselwirkungen strebt und es ihm schwerfällt, lange in einer ruhigen, stabilen Umgebung zu verweilen. Infolgedessen wird er sich oft bewusst oder unbewusst in angespannte Beziehungen begeben, die ihn auf neue Existenzebenen führen, neue Lebensperspektiven und möglicherweise Familientraditionen eröffnen. Eine solche Person wird eher Menschen anziehen, die spannungsvolle Aspekte zu ihrer Radix aufweisen. Mit ihnen wird er im Laufe seines Lebens zwangsläufig in Konflikte geraten, doch er wird sich nicht langweilen, sondern einen Antrieb zur Entwicklung erhalten und die Dynamik und Energie spüren, die er aus karmischer Sicht für die Veränderung und Transformation seiner Lebensmuster (Familientraditionen) benötigt.

Diese Umstände müssen bei der Analyse konkreter Karten unbedingt berücksichtigt werden. Ein blindes Festhalten an Interpretationen, die Schlussfolgerungen über die Perspektive konkreter Beziehungen allein aufgrund der Harmonie oder Disharmonie gegenseitiger Aspekte ziehen, kann zu falschen Empfehlungen für Klienten führen. Man sollte stets bedenken, dass harmonische Aspekte in der Synastrie für Individuen mit vorherrschend jin-artigen Aspekten in der Radix charakteristisch sind. Umgekehrt wird eine Person mit vorherrschend spannungsvollen, yang-artigen Aspekten in der Radix ebensolche Beziehungen anziehen. Diese sind für sie organisch und stellen einen notwendigen Antrieb für Veränderungen und spirituelles sowie kreatives Wachstum dar. Harmonische, jin-artige Beziehungen würden ihr einfach langweilig erscheinen und könnten dazu führen, dass die yang-artige Energie ihrer Radix nach innen gerichtet wird und zu innerer Zerstörung, Stagnation und Destruktion führt.

Diese Empfehlungen gelten nicht nur für die Wechselwirkung von Sonne und Mond in der Radix, sondern auch für Venus und Mars sowie die Aspekte des Merkur, sowohl untereinander als auch mit den beiden Lichtern.

Die Aspekte von Venus und Chiron zu Planeten in der Radixkarte sind von besonderer Bedeutung, da diese Planeten symbolische Herrscher (Signifikatoren) des 7. Hauses – des Partnerschaftshauses – sind. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass das 7. Haus nicht nur mit Partnerschaft verbunden ist, sondern auch zeigt, wie das Individuum die Welt um sich herum wahrnimmt und wie es dazu neigt, sie zu deuten.

Besonders zu betrachten ist das 7. Haus in der Radix: das Zeichen am Anfang, die Aspekte zum Anfangspunkt, die Planeten im Haus sowie die Aspekte zu diesen. Die Planeten im Haus zeigen die Umstände auf, mit denen der Mensch in Beziehungen konfrontiert sein wird. Dabei sollte man die Anwesenheit sogenannter „guter“ Planeten nicht ausschließlich als günstige Position für eine Ehe deuten und umgekehrt die Anwesenheit „böser“ Planeten im 7. Haus nicht als eindeutig ungünstig für eine Ehe werten. So kann beispielsweise die Anwesenheit von Jupiter im Partnerschaftshaus auf eine allgemeine Wohlwollen hinweisen, das der Mensch in Beziehungen zeigt, sowie auf das unbewusste Streben, von den Beziehungen zu profitieren. Dies beeinflusst jedoch nicht die Anzahl der Ehen – es kann sowohl mehrere als auch eine einzige Ehe geben. Befindet sich beispielsweise Saturn im 7. Haus, so deutet diese Position eher auf die Anziehung eines reiferen Partners hin, manchmal eines älteren Menschen, der bestimmte Positionen in der Gesellschaft erreicht hat, als auf das Fehlen einer Ehe an sich. Darüber hinaus wird das Thema Partnerschaft für ein Individuum mit Saturn im 7. Haus aus karmischer Sicht zu einem sehr wichtigen Lebensthema. Gerade hier wird ihm durch persönliche Beziehungen die Möglichkeit gegeben, die bedeutendste Lebenserfahrung zu sammeln. Er selbst muss jede Beziehung sehr verantwortungsvoll, bewusst und reif angehen.

Außerdem muss die Position des tatsächlichen Herrschers des 7. Hauses (des Almutens) in der Radixkarte analysiert werden, wobei seine Position im Zeichen, Haus und die Aspekte zu anderen Planeten zu berücksichtigen sind. Diese Daten beschreiben den konkreten Typ der Partnerschaft sowie den Partner selbst und die Perspektiven der Wechselwirkungen, in die der Mensch im Laufe seines Lebens eintreten wird.

Erst danach kann mit der Analyse konkreter Karten begonnen werden.

Die Analyse von Karten in der Beziehungsastrologie war bis in die 1970er Jahre (als Astrologen begannen, auch mit Kompositkarten zu arbeiten) auf die Synastrie beschränkt.

Die synastrische Karte ist eine Karte, die durch das Übereinanderlegen der beiden Geburtskarten der Menschen entsteht, deren Beziehung wir betrachten. Dabei werden folgende Wechselwirkungen berücksichtigt:

  • Wechselwirkungen zwischen den Planeten zweier Horoskope (besonders zu beachten sind die Positionen der Luminare, der Venus, des Mars sowie der Herrscher der Winkel; bei engen Beziehungen sind zudem die Aspekte zwischen dem Mond eines Partners und den Mondknoten des anderen von großer Bedeutung);
  • die Position der Planeten eines Individuums in den Häusern des Partners;
  • die Lage der Häuserspitzen, insbesondere der Winkel (Aszendent, Deszendent, Medium Coeli, Imum Coeli) eines Partners in den Häusern des anderen;
  • die Aspekte zwischen den Planeten eines Partners und den Winkeln des anderen.
  • Das Vorhandensein von Aspektverbindungen zwischen den Planeten der Partnerhoroskope zeigt die Bedeutung der planetarischen Erfahrungen dieser Planeten. Aspekte mit der Sonne beispielsweise sind bedeutsam für das physische Dasein, das kreative und geistige Wachstum, Aspekte mit dem Mond hingegen zeigen die Bedeutung des emotionalen Lebens der Partner usw.

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