Wir leben in einer einzigartigen Zeit, in der täglich neue Berufsarten entstehen. Dieses Phänomen hängt zweifellos mit dem Fortschritt des menschlichen Bewusstseins und der Erweiterung der Weltsicht zusammen. Dennoch wählen viele junge Menschen ihren Beruf oft chaotisch aus. Das Schlimmste ist, dass die Entscheidung häufig für sie getroffen wird – und in diesem Fall ist die Chance auf eine optimale Wahl noch geringer. Bei der Berufswahl orientieren sich die meisten an Prestigeüberlegungen, der sogenannten Nachfrage nach bestimmten Berufen, also an sozialen Klischees, fremden Ansichten und fremdem Weltbild. Doch alles Fremde macht, wie bekannt, niemanden glücklich. Daher findet man selten Menschen, deren Beruf sie wirklich erfüllt. Wenn man bedenkt, dass wir etwa ein Drittel – oder sogar mehr – unseres Lebens mit der Arbeit verbringen, wird klar, wie ernsthaft die Herangehensweise an die Berufswahl sein sollte. Jede Fremdheit oder Unvereinbarkeit des Berufs mit der inneren Struktur eines Menschen führt unweigerlich zu schwerwiegenden psychischen Problemen (Depressionen, Alkohol-, Nikotin- und anderen Abhängigkeiten) sowie zu negativen Lebensereignissen (Misserfolge, Arbeitskonflikte, körperliche Erkrankungen, familiäre und persönliche Schwierigkeiten). Selbst wenn ein Beruf hohe Einkünfte verspricht, aber nicht den eigenen Neigungen entspricht, bringen keine finanziellen Mittel Zufriedenheit oder ein Gefühl innerer Ganzheit – und ohne diese kann ein Mensch nicht wirklich leben.
Wie kann die Astrologie bei dieser Herausforderung helfen? Als eine der ältesten Wissenschaften der Erde – ja sogar als Mutter aller Wissenschaften – beschäftigt sich die Astrologie auch heute noch mit der zentralen Frage für jeden von uns: dem Zusammenhang zwischen Mensch und Universum. Dabei geht es nicht um abstrakte Menschen und ein abstraktes Universum, wie es viele theoretische und angewandte Wissenschaften tun, sondern um den konkreten Menschen, seinen Platz und seine Bestimmung in dieser Welt. Wir alle verstehen, dass der Mensch nicht nur geboren wird, um gut zu essen und zu trinken. Das allein ist nicht schlecht, aber genau darin unterscheiden wir uns von Tieren: Wir suchen nach individuellem Lebenssinn und versuchen, unseren Platz in der Welt und unsere einzigartige Bestimmung zu finden. Solange wir sie nicht finden, werden wir keine Ruhe haben. Und dabei helfen weder Psychotherapeuten, Magier noch Allgemeinärzte.
Die Berufswahl hat nur einen utilitaristischen Charakter. Indem wir eine bestimmte Tätigkeit ausüben und uns sozial integrieren, entfalten wir unser persönliches Potenzial. Jeder weiß, dass verschiedene Berufe die Entwicklung bestimmter Charaktereigenschaften erfordern. Ein Buchhalter braucht zum Beispiel Aufmerksamkeit für Details, Gründlichkeit, analytisches Denken und die Fähigkeit, mit konkreten Zahlen zu arbeiten – also all jene Eigenschaften, die einen Menschen dazu bringen, von den Wolken auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren und im Hier und Jetzt zu leben. Ironischerweise ist genau diese Art von Tätigkeit für übermäßig träumerische oder zu Depressionen neigende Menschen notwendig. Für sie hilft die Buchhaltung oder generell die Arbeit mit konkreten Informationen, innere Zustände zu stabilisieren und zu ordnen.
Menschen mit einer fein strukturierten Psyche brauchen unbedingt die Möglichkeit, sich ebenso fein auszudrücken. Alle Berufe, die mit Kunst, menschlichen Beziehungen, Philosophie oder Religion verbunden sind, sind für sie geschaffen. Missverständnisse entstehen am häufigsten, wenn ein solches Kind in einer Familie praktisch orientierter Menschen geboren wird. Die Eltern versuchen in der Regel, ihr Kind in eine für sie vertraute, aber für das Kind unorganische Richtung zu lenken – mit dem Ergebnis, dass das Kind Alkohol-, Drogenabhängigkeit entwickelt oder allgemein als „versagerhaft“ gilt. Glücklicherweise, wenn die Eltern ihrem Kind den unbekannten Weg erlauben, kann jeder eine neue, unbekannte Welt entdecken und damit die eigene Existenz qualitativ verbessern. In meiner Praxis gab es zum Beispiel einen Fall, in dem eine Mutter, die im Handelsgeschäft tätig war, sich große Sorgen um ihren Sohn machte, der ernsthaft Musik betrieb. Mit 17 Jahren spielte er in einem Blasorchester und hatte nicht vor, seinen Beruf zu wechseln. Natürlich hielt sie den Musikerberuf nicht für einen passenden Beruf für einen „echten Mann“. Doch als wir sein Geburtshoroskop berechneten, wurde klar, dass ein Wechsel in einen praktischeren Beruf entweder zu Alkohol- oder Drogenabhängigkeit oder zu häufigen Depressionen und allgemeiner Unzufriedenheit mit dem Leben führen würde. Die Mutter beruhigte sich und erlaubte ihrem Kind, es selbst zu sein – mit dem Ergebnis, dass sich das Familienklima für beide deutlich verbesserte.
Es gibt auch umgekehrte Situationen, in denen Eltern ihr Kind in einen intellektuellen Beruf oder in die Kunstwelt drängen, obwohl für den Menschen konkrete, praktische Tätigkeiten organischer wären. Oft vergehen Jahre, in denen Kräfte und Gesundheit aufgezehrt werden, bis der Mensch schließlich seinen wahren Beruf findet – allerdings oft schon mit spürbaren Einbußen an Potenzial.
Die astrologische Analyse des Geburtshoroskops hilft, den gesamten Komplex individueller Persönlichkeitsmerkmale, Neigungen zu bestimmten Tätigkeitsbereichen und vieles mehr zu betrachten. In einer einzigen Sitzung – ohne Fragebögen oder mehrstufige Tests – ermöglicht die Astrologie eine objektive Einschätzung der individuellen Besonderheiten und Begabungen eines Menschen, seiner Neigungen zu bestimmten Tätigkeiten, seiner Entwicklungsmöglichkeiten und beruflichen Wachstumsrichtungen und vieles mehr. Nur ein ganzheitlicher Mensch, der die Möglichkeit hat, sich in der Welt angemessen zu verwirklichen, kann die Lebensfreude voll und ganz spüren und wirklich glücklich sein. Zum Abschluss möchte ich allen viel Glück bei der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt, beruflichen Erfolgen und persönlichem Glück wünschen.
Autorin: Perestoronina N.M.




