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Besonderheiten des Urlaubsromans

Foto: DepositPhotos.com
Meeresküste oder das alte Sommerhaus der Oma, eine Flusskreuzfahrt oder eine Touristenbasis am Stadtrand: Egal, wo du dich im Sommer befindest, überall kann er dich überraschen – ein heißer, strahlender Urlaubsflirt. Wie wird er sein und was wird er dir bringen?

Meeresthema
Wer und wo. Ein sonnengebräunter Einheimischer, der einem Halbgott ähnelt und alle Sehenswürdigkeiten besser kennt als jeder Fremdenführer.

Im Detail. Er wird dir Muscheln am Strand fangen, dir eine schöne Legende über den Felsen erzählen, von dem sich vor Urzeiten verliebte Paare ins Meer stürzten, und dir zum Andenken eine zarte Muschel an einer gedrehten Schnur schenken. Und von seinem Kuss werden deine Lippen angenehm nach Salz von Sonne und Meer kribbeln. Die Geschichte wird schön und exotisch sein – als hätten Hollywood-Drehbuchautoren daran gearbeitet.

Wie verhält man sich. Die Rollen in diesem Szenario sind von vornherein festgelegt. Mach keine großen gemeinsamen Pläne – lächle einfach, iss Muscheln und freu dich über Komplimente: Dieser einheimische Casanova kann flirten wie kein Zweiter! Und er wird dir seine Stadt von einer ganz anderen Seite zeigen, mit den Augen eines Einheimischen. Das ist ein großer Erfolg, du wirst es selbst sehen.

Chancen auf Fortsetzung. Wahrscheinlich wird dein Urlaubsflirt mit dem Datum deines Rückflugtickets enden. Allerdings verliebt er sich normalerweise etwa zwanzigmal pro Saison. In jede hellhäutige Touristin.

Touristenromantik auf der Basis
Wer und wo. Ein Reisender wie du. Er wohnt in derselben Hütte, isst im selben Speisesaal, langweilt sich bei denselben „Abendfeuern“ und sehnt sich verzweifelt nach einem Kennenlernen.

Im Detail. Die Freude über gemeinsame Entdeckungen – ihr flieht vor den lauten Schreien des Animateurs und findet einen kleinen See, an dem ihr zu zweit die Enten füttert.

Alles wird sehr hell und neu erscheinen: dieser See, diese Enten und eure Gefühle. Und wenn du in ein paar Jahren hierher zurückkehrst, werden dir die vertrauten Orte nicht nur an die Schulferien erinnern, sondern auch an „den Jungen aus Norilsk“.

Wie verhält man sich. Vielleicht hat er in Norilsk eine Freundin. Und er denkt, dass du zu Hause einen Freund hast. Ob das stimmt oder nicht, solltest du lieber herausfinden. Wenn er nicht nur über eure Pläne für heute spricht, sondern sich zum Beispiel dafür interessiert, an welche Universität du nach der Schule gehen wirst – frag ihn dann sanft, wie er zu einer „Nachsaison-Romanze“ steht.

Chancen auf Fortsetzung. Wenn ihr euch wirklich verliebt habt – dann ist alles möglich. Ihr könnt euch gegenseitig in den Ferien besuchen oder an derselben Universität studieren. Die Städte sind näher, als sie scheinen. Wichtig ist herauszufinden: Seid ihr zusammen, weil es der Sommer inspiriert hat, oder handelt es sich um echte Gefühle? Man kann sich nämlich auch in einen Ort oder die Atmosphäre eines endlosen Sommerfestes verlieben und diese Gefühle automatisch auf die Person übertragen.

Wer und wo. Er kam zur Oma aufs Sommerhaus in deiner Nähe und stellte sich dann als Nachbar heraus. Kurz gesagt, ein Landsmann. Und eure Großmütter tauschen Blicke über die Johannisbeersträucher hinweg aus.

Im Detail. Das ist ein gewöhnlicher Flirt mit einem Jungen, nur in ungewohnter Kulisse. In der ihr euch beide verwandelt! Aber erfind dir keine „Rolle“, wenn du nicht später entlarvt werden willst: Selbst in der größten Stadt werdet ihr wahrscheinlich viele gemeinsame Bekannte haben. Bleib einfach du selbst und verhalte dich so natürlich wie möglich. Ist das etwa schlecht?

Wie verhält man sich. Hier funktioniert die „Fremden-Regel“ (sich kennenlernen, plaudern und wieder auseinandergehen) nicht. Versuche, nicht den Kopf zu verlieren und keine Dummheiten zu machen – du musst noch neben ihm leben. Und zwar möglichst friedlich.

Chancen auf Fortsetzung. Alle Voraussetzungen für ein „Überleben“ sind gegeben. In ungewöhnlichen Situationen kommen Menschen stärker zur Geltung: Vielleicht hast du in dem unscheinbaren Nachbarn bisher keinen Eroberer von Unkraut und Seenüberquerer gesehen, aber hier kommen verborgene Talente zum Vorschein. Allerdings musst du zu Hause, unter Freunden, in der Schule und auf dem Fußballplatz lernen, ihn wieder als den Jungen von nebenan zu sehen.

Die Prinzessin der Heimatstadt
Wer und wo. Hier bist du die Heldin. Wenn du nach Abenteuern lechzt und keine Reisen in Aussicht hast, kannst du auch in deiner Heimatstadt die Touristin spielen und unter dieser exotischen Maske Jungen kennenlernen.

Im Detail. Kamera in die Hand – und los geht’s durch die Altstadt deiner Stadt (gibt es keine, dann reicht auch eine normale). Lächeln, fotografieren und sympathische Jungen fragen, wie man zum Ufer, Museum oder Platz kommt.

Wie verhält man sich. Vergiss nicht, eine „Legende“ zu erfinden: Warum du nicht im Hotel wohnst, warum du einen lokalen Akzent hast und warum so viele Leute dich grüßen.

Chancen auf Fortsetzung. Fast einhundertprozentig. Das Image der „Ausländerin“ wird auch die Jungen beeindrucken und dir einen geheimnisvollen Schimmer verleihen. Und es wird auch dir selbst helfen, dich zu entfalten und Nervosität abzubauen. Das ist so eine Art Hilfsmittel. Später musst du alles zugeben, aber eine so schöne Erfindung wird ihn wohl kaum sehr verärgern. Einigt euch auf ein Psychotraining zum „Sich-gehen-lassen“. Und noch etwas: Im Sommer oder Winter, am sonnigen Strand oder zwischen den Erdbeerbeeten kannst du den einen finden, für den tausend Ratschläge und Klassifizierungen nicht gelten… Verpass ihn nicht.

Strandliebe: vier „Wozu?“
1. Das Selbstwertgefühl steigern. Wenn du in der Schule eine langjährige, einseitige Liebe hast und Mitschüler dich damit aufziehen, kannst du kaum glauben, dass sich jemand in dich verlieben könnte. Hier wird man es dir praktisch beweisen.

2. Schüchternheit überwinden. Das stille Mädchen mit den strengen Regeln des Vaters („Um neun Uhr zu Hause sein“) kann hier versuchen, mutiger zu sein. Gleichzeitig findest du heraus, ob dir laute Diskotheken wirklich fehlen.

3. Ein anderes Leben leben. Du kannst für jemanden die fatale Schönheit sein, selbst wenn man dich zu Hause als Meisterin im Kugelstoßen kennt. Allerdings scheuern fremde Masken, wenn man sie zu lange trägt.

4. Ein „Herbarium“ der Gefühle sammeln. Jede Erfahrung in einer fremden Stadt wirkt intensiver. Und im Winter wirst du dich nicht nur an Kilos Kirschen und heißen Sandstrand erinnern, sondern auch an den sanften verliebten Blick dieses Jungen.

Noch kein Grund
Drei „Nein“ zum Urlaubsflirt:

  • du wurdest erst kürzlich verlassen und willst nun aus purem „Trotz“ alle Männer in deiner Umgebung erobern;
  • du willst deinen Freund dazu bringen, dich mit Fotos von „dem lokalen Schönling“ zu vergleichen und dich dann damit zu brüsten;
  • du hattest noch nie einen Freund und hast beschlossen, schnell „alles zu lernen“. Mach dir keinen „Schnellkurs“ in Liebesdingen – das wird nicht funktionieren.

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