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Blind Date: Vor- und Nachteile

Obwohl der Frühling laut Kalender erst beginnt, spüren wir bereits seinen Einzug. Und wo Frühling ist, da ist auch immer die Liebe. Genau über diese Liebe möchte ich heute mit euch sprechen – und zwar über die virtuelle Liebe, die so oft zur echten wird.

Wahrscheinlich gibt es heute kaum noch Menschen, die noch nie im Internet jemanden kennengelernt und sich auf ein Blind Date getroffen haben. Seit es das „World Wide Web“ gibt, hat das Thema „Einsamkeit zu dritt“ (ich und die Wände) irgendwie an Einzigartigkeit verloren. Denn von welcher Einsamkeit kann man sprechen, wenn sich vor einem eine ganze Welt voller unerwarteter Möglichkeiten auftut?

Doch Blind Dates gab es schon lange, bevor das Internet so selbstbewusst und schnell in unser Leben Einzug hielt. Ich selbst war noch nie auf einem solchen Date. Sehr amüsant. Besonders mochte ich immer das Warten darauf, ob das reale Bild dieses Mannes mit dem übereinstimmen würde, das ich mir während der Vorbereitung auf das Treffen ausgemalt hatte.

Natürlich bergen Blind Dates immer ein gewisses Risiko. Aber ist ein Leben ohne Risiko nicht irgendwie fade? Doch es bleibt immer Raum für unerwartete Überraschungen. Und wenn man seinen Verstand benutzt, kann man alle unangenehmen Überraschungen vermeiden.

Einige stehen virtuellen Bekanntschaften nach wie vor skeptisch gegenüber, und speziell für sie möchte ich drei glückliche Liebesgeschichten aus dem echten Leben erzählen, die mit einem solchen Kennenlernen begannen.

Geschichte 1: Julija und Sascha.

Julija ist ein sehr ernsthafter Mensch, man könnte sogar sagen altmodisch. Trotz ihrer Attraktivität und ihres feinen Verstands verlief ihr Privatleben bisher nicht besonders erfolgreich. Oft verstanden die Männer, die ihr Interesse zeigten, nicht, dass Julija Zeit brauchte, um jemanden näher kennenzulernen, und dass es ihr schwerfiel, sich einer neuen Person zu öffnen. Julija selbst machte sich darüber keine großen Gedanken, sondern glaubte fest daran, dass irgendwo der Richtige auf sie wartete – und fand ihn … im Internet. Anfangs war alles ganz harmlos: Zwei Menschen mit gemeinsamen Interessen begannen, sich täglich über „VKontakte“ auszutauschen. Mit der Zeit merkte Julija plötzlich, wie sehr sie dieses tägliche Gespräch vermisste, wie sehr sie sich auf Saschas Nachrichten freute. Sie fasste sich ein Herz und nahm schließlich seine Einladung zu einem Date an. Seitdem sind zwei Jahre vergangen, und sie sind sehr glücklich miteinander.

Geschichte 2: Tanja und Slawa.

Im Gegensatz zu Julija liebte Tanja es immer, mit Männern zu flirten, und nutzte das Internet gezielt, um – ohne großes Risiko – überall Komplimente zu verteilen und ihre Flirtkünste zu perfektionieren. Dann lernte sie Slawa kennen und merkte bald, wie sehr sie seine witzigen Bemerkungen und lustigen Geschichten vermisste. Zum Glück lebten sie in derselben Stadt, sodass sie schnell vom virtuellen zum realen Kontakt übergehen konnten. Beide sind sehr froh, dass sie an diesem Tag gleichzeitig auf derselben Website landeten.

Geschichte 3: Ich und mein Mann.

Ja, auch wir haben uns über das Internet kennengelernt. Es war Sommer, meine Freunde waren verreist, ich hatte mich mit meiner besten Freundin gestritten und fühlte mich einsam. Anfangs war es nur eine bedeutungslose Korrespondenz. Nach zwei Wochen wollte ich wissen, mit wem ich so viele Abende verbracht hatte, und schlug ihm ein Treffen vor. Das Lustigste daran: Später stellte sich heraus, dass wir uns schon öfter in denselben Orten aufgehalten hatten. Er studierte an einer Hochschule in meiner Nähe, und meine ehemalige Klassenkameradin war die Ehefrau seines Schulfreundes. Wir hätten uns also wohl irgendwann auch so getroffen – nur nicht so bald. Inzwischen sind wir zusammen, und unser wunderbares Kind wächst heran. Wenn mir jemand sagt, dass Internetbekanntschaften irgendwie „minderwertig“ zu zufälligen Straßenbekanntschaften sind, würde ich das nie glauben. Und wenn man seinen gesunden Menschenverstand benutzt, braucht man keine unangenehmen Überraschungen zu fürchten.

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