anmelden/registrieren
anmelden/registrieren
Astro Way Logo Astro Way Logo

Planeten und Chakren

PLANETEN UND CHAKREN

In verschiedenen Kulturen haben sich eigene Systeme sogenannter

sakraler („heilig“) Zahlen herausgebildet: So unterschieden die Griechen

vier Elemente, die Chinesen fünf, die Mongolen sechs, die Buddhisten acht…

Die Sieben, die Acht und die Zehn – ganz zu schweigen von der Zwölf

(den Tierkreiszeichen) – gelten fast überall als heilig, doch in jeder Kultur

werden sie anders interpretiert und strukturiert, sodass eine einheitliche

Zusammenführung nicht gelingt.

So umfasst der Tierkreis im Osten wie im Westen zwölf Zeichen, doch

„die Figur des Ptolemäus“ mit dem Tierkreis zu vereinen, erweist sich als

schwierig: Die Grenzen der Sektoren stimmen nicht überein, und die

Charaktere der Helden der antiken griechischen Mythen unterscheiden sich

von denen der chinesischen. Was soll man da erst von der Kombination

der Sieben mit der Zehn (Chakren und Sephiroth) sagen?

Daher werden diese Systeme in der Regel nicht miteinander verbunden,

sondern separat genutzt. Sie sind nur auf philosophischer (kosmologischer)

Ebene kompatibel, wenn es um die Erforschung allgemeiner Gesetzmäßigkeiten

der Welt- und Menschheitsordnung geht, sowie gelegentlich – also

bezogen auf einen bestimmten praktischen Bedarf.

Ein solcher Bedarf entstand unlängst bei mir. Man fragte mich, ob man

anhand einer Kosmografie herausfinden könne, welche Chakren bei einer

Person aktiv sind. Da ich mich damit früher nie beschäftigt hatte, antwortete

ich, dass ich es nicht wisse. Doch das Problem interessierte mich. Im

Verlauf der Erforschung zeigte sich eine Reihe interessanter

Zusammenhänge, über die ich berichten möchte.

Von den Chakren ist zwar viel bekannt, doch in der ersten Analysephase

beschränkte ich mich auf das System der sieben – genauer gesagt der

sechs klassischen Chakren (Shat-Chakra-Nirupana: Die siebte, die höchste

Chakra, wird dort besonders hervorgehoben) und den sieben klassischen

Planeten.

Sofort zeigte sich, dass es in der weltweiten Praxis keine Einigkeit zu

dieser Frage gibt. Im Westen (und bei uns) zieht man es gewöhnlich vor,

die Chakren und Planeten einfach in aufsteigender Reihenfolge

zusammenzustellen:

Sahasrara Saturn (und die höchsten Planeten)

Ajna Jupiter

Vishuddha Mars

Anahata Sonne

Manipura Venus

Svadhisthana Merkur

Muladhara Mond

Natürlich war es naheliegend zu prüfen, wie die Inder selbst Chakren und

Planeten zuordnen. Es stellte sich heraus, dass sie demselben Prinzip

folgen, die Reihenfolge („Seniorität“) der Planeten bei ihnen jedoch etwas

anders ist:

Sahasrara Merkur

Ajna Jupiter

Vishuddha Venus

Anahata Saturn

Manipura Sonne

Svadhisthana Mond

Muladhara Mars

Die Petersburger Astrologen Semira und W. Vetash, die sich ebenfalls mit

diesem Thema beschäftigten, schlagen eine eigene Reihenfolge vor:

(Sahasrara Neptun)

Ajna Neptun, Proserpina

Vishuddha Merkur, Uranus

Anahata Mond, Saturn

Manipura Sonne, Jupiter

Svadhisthana Venus, Pluto

Muladhara Mars, Vulcanus

Die oberste Chakra, Sahasrara, wird hier nur bedingt aufgeführt, da

Semira und W. Vetash sie ebenfalls aus der Reihe ausnehmen. Zudem

stellten die Petersburger Kollegen die Chakren mit den zehn Sephiroth

(oder, wie man auch sagt, Sephirot) in Beziehung, was meinen

Nachforschungen eine neue interessante Richtung gab. Doch dazu später.

Ihre Schema sah folgendermaßen aus:

Sahasrara Kether

Ajna Chochma, Bina

Vishuddha Chesed, Geburah

Anahata Tiphareth

Manipura Hod, Netzach

Svadhisthana Jesod

Muladhara Malchut

Schließlich fand ich bei der britischen Forscherin Barbara Shermer ein

weiteres Schema, das auf der Lehre der Kriya-Yoga basiert:

Chakra: für Männer: für Frauen:

– – –

Ajna Sonne (Löwe) Mond (Krebs)

Vishuddha Merkur (Zwillinge) Merkur (Jungfrau)

Anahata Venus (Waage) Venus (Stier)

Manipura Mars (Widder) Pluto (Skorpion)

Svadhisthana Jupiter (Schütze) Neptun (Fische)

Muladhara Uranus (Wassermann) Saturn (Steinbock)

Warum die siebte Chakra fehlt, weiß der Leser bereits: Es handelt sich

nicht um das nächste Glied in der Reihe, sondern um eine qualitativ

andere Einheit, die die vorherigen vereint. Logisch ergänzt man dieses

Schema, indem man die höchste Chakra mit den Mondknoten (Kopf und

Schwanz des Drachen) in Verbindung bringt, die die Inder gleichberechtigt

neben anderen „Planeten“ einordnen.

So oder so erwies sich dieses Schema als differenzierter und logischer

als die vorherigen, da es bereits eine Synthese mehrerer Systeme darstellte

und zudem auf einem recht hohen Niveau ausgearbeitet war. Es blieb nur,

es mit anderen Systemen zu verbinden, deren Bearbeitungsniveau mindestens

ebenso hoch war. Am Ende entstand das folgende Schema (siehe Abb.).

Auf der Abbildung sind nur die wichtigsten Elemente des Schemas

vollständig dargestellt, die anderen werden im Text beschrieben. Die

Tierkreiszeichen auf dem zentralen Kreis folgen nicht nacheinander im

oder gegen den Uhrzeigersinn, sondern sind „durcheinander“ angeordnet,

um die androgynen Figuren nicht in männliche und weibliche Elemente

im Schachbrettmuster zu zerlegen.

Nun folgen die Kommentare zum Schema.

Die jüdischen Gelehrten zählten zehn Sphären oder Hüllen – die

Sephiroth, die mit den zehn Namen Gottes in Beziehung stehen. Das

Wort „Sephiroth“ bedeutet wörtlich „Zahlen“ (im Plural), was die

Mehrdimensionalität dieses Begriffs unterstreicht. Mit dem Wort „Sephir“

ist über die arabische Sprache unser Wort „Ziffer“ etymologisch

verbunden, und tatsächlich werden die Sephiroth mit den Zahlen von eins

(Kether) bis zehn (Malchut) in Beziehung gesetzt – entsprechend der

Anzahl der Finger an den Händen. Sie stehen einander als 5 zu 5

gegenüber, doch in jeder solchen Gegenüberstellung ist ihre Einheit

angelegt… Die Sephiroth sind nicht nur eine Zahl und die ihr

entsprechende Idee, sondern ein ganzes archetypisches Bild, das sowohl

in Bezug auf den Menschen als auch aus kosmischer Sicht universell ist.

Zudem teilten die kabbalistischen Gelehrten die Welt (die Welten) in zwei

große Teile ein – die sichtbare und die unsichtbare: „Du hast der Welt

zehn Hüllen offenbart, die wir Sephiroth nennen, damit du durch sie die

verborgenen, unsichtbaren Welten und die offenen Welten regierst…“

Zu den sichtbaren Welten gehört die Erde, auf der wir leben, also der

Planet selbst als „uns in den Sinnen gegebene Realität“ (Assiah, von

„asa“ – sehen, erschaffen; vgl. griech. „usia“, Wesenheit; interessant ist

auch die Ähnlichkeit – oder Verwandtschaft? – mit der Zahl „Eser“, zehn),

sowie ihre geschaffene Welt, also die Schöpfung (Jezirah, von „jezer“ –

formen, gestalten).

„… Du hast Himmel und Erde erschaffen und aus ihnen Sonne, Mond,

Sterne und Planeten geschaffen sowie auf der Erde Bäume, verschiedene

Pflanzen, den Garten Eden, Gräser, wilde und zahme Tiere, Vögel,

Fische und Menschen.“

Hieraus ergeben sich die Bezeichnungen der ersten beiden Welten.

————————- WELT DES WIRKLICHEN ————————-

Die Welt des Wirklichen oder die allgemeine Welt (Olam ha-Assiah,

vgl. Sanskrit „saha-loka“ – bewohnte Welt) umfasst nur eine einzige

(die zehnte) Sephirah, Malchut (Königreich), die dennoch „allgemeinen“

Charakter trägt: „Du hast diese Welt so erschaffen, dass man durch

ihre Betrachtung eine Vorstellung von ihrem Urbild – der höheren Welt

– erhalten kann.“ Es heißt auch, dass „das Ende im Anfang liegt“ und

sich somit in der Sephirah Malchut die höheren Sephiroth – die erste,

zweite und dritte – widerspiegeln, auf die später noch eingegangen wird.

Vgl. auch die Bezeichnung der höchsten, siebten Chakra – Sahasrara.

Von den Chakren entspricht keine direkt der Sephirah Malchut; nur

Sahasrara, dieses allumfassende, qualitativ andere Wesen, ist in ihr

in unmanifestierter Form vorhanden.

————————- WELT DER SCHÖPFUNG ————————–

Der zweite Welt, die Welt der Schöpfung (Olam ha-Zizira, das Reich der Natur),

umfasst drei Sephiroth. Im Mahayana wird auch von der Existenz

„zehn ineinander verwobener Welten“ gesprochen, die besonders in der

tiantai-Tradition des Buddhismus entwickelt wurden. Dabei wird unsere Welt, die

Sahā-Loka, nicht mitgezählt, da es sich bei diesen zehn Welten um zehn

Existenzzustände handelt – sechs „gewöhnliche“ (sichtbare) und vier „heilige“

(unsichtbare). So ergibt sich ein logisches Schema, das die drei

Sephiroth der sichtbaren Welt der Schöpfung mit den ersten sechs Welten des

Mahayana verbindet. Den Chakren dieser Welt entsprechen die ersten drei –

Muladhara, Svadhisthana und Manipura.

Muladhara

Die Welt der Schöpfung beginnt also mit der neunten Sephirah, die Jesod

genannt wird – Fundament, Grundlage des Gebäudes, Form. „Jesod ist der

Abschluss des Rumpfes, das Zeichen des heiligen Bundes.“ Der Rumpf endet

mit den Geschlechtsorganen, genauer gesagt mit dem Punkt Huiyin („Vereinigung

des Yin“, VC1): „Die Chakren sind Teile des Sukshma-Sharira (des ätherischen

Körpers – Anm. d. Ü.), doch in Ihrer Physiologie und Anatomie gibt es

Punkte, die ihnen entsprechen.“ Dementsprechend können fast alle Chakren

über Punkte des vorderen Mittellinien-Meridians (VC) gefunden werden.

Dieser Punkt entspricht Muladhara, die mit dem Bau und dem „Fundament“

des Tempels unseres Körpers verbunden ist (ihr Name bedeutet „Wurzel“), mit

dem, was wir aus vergangenen Inkarnationen mitgebracht haben, mit dem

Geruchssinn und dem Element Erde. Wie bekannt ist, schworen die alten

Hebräer, indem sie die Hand „unter die Hüfte“ legten – ihre eigene oder die

ihres Vaters. Ohne auf eine ausführliche linguistische Analyse einzugehen,

sei darauf hingewiesen, dass damit die Geschlechtsorgane gemeint waren.

Umso mehr, als Muladhara selbst als roter Lotos mit vier Blütenblättern

dargestellt wird, in dessen Kelch sich ein Dreieck befindet, und in diesem

Dreieck das phallische Symbol Shivas, die Swayambhu-Linga.

In der traditionellen planetaren Anordnung „von der Erde aus“ und

darüber hinaus – Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn –

würde dieser Sephirah sowie diesem Chakra der Mond entsprechen. Aus der

karmischen Astrologie ist jedoch bekannt, dass die wichtigste karmische

Planet Saturn ist – „das Tor des Übergangs von einem irdischen Leben in

ein anderes.“ Zudem ist Saturn für die Formgebung und Gestaltung

zuständig – das ist der Sinn der Sephirah Jesod. Somit entsprechen der

Sephirah Jesod und Muladhara Saturn und Steinbock.

Die Rolle des Mondes ist hier recht interessant: Im Wirkungsbereich des

Saturns (Steinbock) befindet er sich im Fall, also geschwächt. Wenn man

das Prinzip Bu-Se (Einfluss auf den gegenüberliegenden Meridian) anwendet,

lässt sich nachvollziehen, warum die Sephirah Jesod mit dem Mond

verbunden wird. Ähnliches werden wir auch später noch beobachten.

Die moderne Astrologie, die transsaturnische Planeten kennt und die

„zweiten“ Häuser der Planeten, die ihnen traditionell zugewiesen werden,

ordnet im zweiten (nächtlichen) Haus des Saturns, des Wassermanns, den

Planeten Uranus zu und gleicht so die Elemente Luft (Geruch) und Erde

(Fundament des Tempels) aus.

Der Mensch wird, wie bekannt, durch zwei Geschlechter vertreten –

Mann und Frau. In der Sephirah Jesod manifestiert sich Muladhara in ihrer

irdischen, steinbockartigen Form (Saturn) bei Frauen – kein Wunder, dass

Saturn in einigen Schulen als Symbol der Mutter im Geburtshoroskop des

Kindes gilt –, bei Männern hingegen in ihrer luftigen, wasserträgerartigen

(Uranus) Form.

Hier könnte sich natürlich die Frage nach dem althebräischen Eid

stellen – schließlich schworen nur Männer. Wenn sich die saturnische

Natur des Eides noch erklären lässt (Jahwe ist ein saturnischer Gott),

wie hängt dann Uranus damit zusammen? Doch auch dafür gibt es

Erklärungen: Man denke an den rein maskulinen Charakter des

altgriechischen Gottes Uranus oder an den verwandten indischen Varuna

usw. Zudem heißt es in den Vorstellungen der Kriya-Yoga und in den

kosmogonischen Anschauungen vieler Völker: „Luft und Feuer sind

männliche Prinzipien, Erde und Wasser dagegen weibliche.“

Dieser Sephirah entspricht im Heiligen Namen Schaddai – „Der Allmächtige“.

Der Zahlenwert des Namens beträgt 8.

Weiterhin entsprechen von den sechs „gewöhnlichen“ tiantai-Welten

der Jesod:

– die Hölle („Mond der Hölle“, Saturn) für das Element Erde;

– die Welt der hungrigen Geister („Mond der hungrigen Geister“, der mit

dem gewöhnlichen Mond gleichgesetzt wird; übrigens sind die

Überlegungen, die den Übergang vom Mond zu Uranus ermöglichen, nicht

kompliziert). Das Element ist Luft.

Svadhisthana

Die achte Sephirah ist Hod („Widerschein von Licht oder Klang“, vgl.

griech. „Echo“, russ. „hudеть“ [hudiet’ – hallen]; später erhielt das

Wort die Bedeutung „Ruhm“, gut oder schlecht). Die zweite Chakra,

Svadhisthana, ist ein sechsblättriger Lotos von zinnoberroter Farbe mit

einem Halbmond auf dem Kelch (in vielen Mythologien wurden Mond- und

Venusgöttinnen vermischt und gingen ineinander über).

Svadhisthana verkörpert die Beziehung zu anderen Menschen (inkl. Sex),

den Geschmackssinn und das Element Wasser. Ihr entspricht der Punkt

Zhongji („Mittelpunkt der Spitze“, VC3), der sich 4 Cun unterhalb des

Nabels befindet.

In unserem Schema entsprechen ihr bei Frauen das Zeichen Fische und der

Planet Neptun, bei Männern das Zeichen Schütze und der Planet Jupiter.

Wenn man Neptun bei Frauen erwähnt, kann man an die rituellen

Reinigungen (Waschungen) denken, die Frauen im altjüdischen Traktat

„Taharot“ vorgeschrieben werden.

Ihr entspricht im Heiligen Namen Elohim Zebaoth (Sabaoth), der Gott der

Heerscharen. Die Zahl ist 9.

Von den tiantai-Welten sind das:

– die Welt der Tiere („Mond der Tiere“, Venus; über die Verbindung von

Venus und Neptun braucht man nicht zu sprechen) für das Element Wasser;

– die Welt der Menschen („Mond der Menschen“, Merkur. Ob Merkur hier

berechtigt ist, lässt sich schwer sagen; immerhin ist Merkur recht

polymorph, und zudem kann hier auch die Regel Bu-Se – Einfluss auf den

gegenüberliegenden Meridian – angewendet werden: Schütze und Fische sind

die Orte der Verbannung Merkurs, er benötigt eine Stärkung. Darauf

werden wir noch zurückkommen.

Manipura

Die siebte Sephirah, Netzach (von chald. „netzach“ – siegen, überwinden,

traditionelle Übersetzung – Sieg. Moderne Rabbiner erklären es als

„Ne’zach“ – Ewigkeit). Ihr entspricht im Heiligen Namen erneut Sabaoth,

diesmal jedoch als Sabaoth-Jahwe (Jehova-Zebaoth). Der Zahlenwert des

Namens ist 3.

Die dritte Chakra, Manipura – „Chakra der diamantenen Stadt“, Zentrum

des Energieaustauschs mit anderen Menschen, der Sehsinn und das Element

Feuer. Der Punkt Shuifen („Wasserverteilung“, VC9) befindet sich 1 Cun

oberhalb des Nabels.

Die astrologischen Entsprechungen sind: Mars und Widder bei Männern

(Sieg), Pluto und Skorpion bei Frauen (Ewigkeit). Venus befindet sich im

Exil.

Die Welten:

– die Welt der Asuras („Mond der Titanen“, Mars) für das Element Feuer;

– die Welt des Himmels („Mond der Götter“, Pluto) für das Element Wasser:

Skorpion ist ein Wasserzeichen. „Und über den Wassern der Ewigkeit

fließen die Blüten des Frühlingsflieders“, wie der griechische Dichter

Odysseas Elytis schrieb.

Über die siebte und achte Sephirah heißt es auch: „Netzach und Hod sind

die Beine … Die Waage symbolisiert die beiden zuverlässigen Stützen –

die Sephiroth.“

————————- WELT DER SCHÖPFUNG ————————-

Kommen wir nun zu den unsichtbaren Welten. Die erste – das Reich der

Gefühle, die Welt der Schöpfung, Olam ha-Beria (von „bara“, am Ende mit

Alef: erschaffen, schaffen). Dies sind die Bilder, die noch nicht

verwirklicht wurden, die Ideen der Dinge, die Gesetze: „Das Gesetz ist mit

der Sephirah Gevurah (fünfte) verbunden; die Gerechtigkeit mit der

mittleren Säule, auf der die Welt ruht – der Sephirah Tiferet (sechste).“

Gevurah bezeichnet zudem die linke Hand, Chesed (vierte Sephirah) die

rechte, Tiferet hingegen den Rumpf.

Anahta

Die sechste Sephirah ist Tiferet („pa’ar“ – schmücken, doch bietet sich

auch die Analogie zu „par“ – Stier, Stier an), traditionelle Übersetzung –

Schönheit. Diese Sephirah verkörpert, wie bereits erwähnt, den Rumpf,

„die mittlere Säule“.

auf dem die Weltordnung ruht. Ihr entspricht im System der heiligen Namen

Eloha, die Zahl – 6.

Die vierte Chakra, Anahata (übersetzt als „unberührt“1 – oder vom

Sanskrit „Ana“, Atem?), Symbol: Sympathie. Ein zwölfblättriger Lotos

in Ockerfarben. In der Kelchmitte zwei sich kreuzende Dreiecke,

die an den Davidstern erinnern. Sie ist mit dem Atem und dem Element Luft

verbunden.

Für Frauen entsprechen ihr Venus und Stier (Erde),

für Männer Venus und Waage (Luft). Als Punkt – Цзю-вей („Schwanz der Taube“,

VC15, zwischen den Brustwarzen).

Waage und Stier sind die Orte des Falls von Mars (und Pluto).

„Die Welt derer, die die Stimme vernehmen.“

Viśuddha

Die fünfte Sefira, Gvura (Kraft, vom „gavar“ – stark sein; bedeutet auch

Macht, Gewalt)7, Gesetz. Auf den ersten Blick scheint dies eine rein

jupiterische Eigenschaft zu sein, doch wir vermuten bereits, dass Jupiter hier

gerade schwach ist: In Zwillinge und Jungfrau steht er im Fall. Ihr entspricht

im System der heiligen Namen Elohim, die Zahl 5.

Die fünfte Chakra, Viśuddha („gereinigt“ – man denke an den Traktat „Taharot“

über Reinigung) und Merkur in der Sefira Hod?), ist mit dem Begriff

des Raumes verbunden. Ein sechzehnblättriger Lotos in rauchiger Farbe. In der

Kelchmitte ein Kreis, Symbol des Äthers. Sie steht für schöpferische Kraft,

die Fähigkeit zum Selbstausdruck (man denke an den Ass der Stäbe,

eine Karte der kleinen Arkana des Tarot). Ihr Element gilt als das „fünfte

Element“ der Alten, der Äther. Der Punkt ist Tien-tu (VC22), „himmlischer

Pfad“, in der Mitte der Drosselgrube.

Für Frauen – Merkur und Jungfrau, für Männer – Merkur und Zwillinge,

Orte des Falls von Jupiter (und Neptun).

„Die Welt derer, die zur Erleuchtung gehen.“ Nicht ohne Grund weist A. Podvodny

darauf hin, dass die Ebenen von Viśuddha, Ajna und Sahasrara (also in unserer

Deutung die merkurische – Buddhi, die sonnen-mondhafte – Atman und die höchste –

Absolutum oder Brahman) für den inkarnierten Menschen nur

meditativ18 erreicht werden können. Bestätigung dafür finden wir auch in den

sieben Stufen der yogischen Selbstvervollkommnung (von unten nach oben):

Raja-samadhi (Konzentration)

Yoga dhyana (Meditation)

Pranayama (Atem)

Pratyahara (Abstraktion)

Kriya-mudra (Gesten)

Yoga asana (Haltungen)

Shatkarma (Reinigung, Yama und Niyama)

Ajna

Die vierte Sefira, Chesed („von ‚chesed‘ – nach Güte streben, edel sein,

daher ‚Chassid‘): Güte, Barmherzigkeit. Ihr entspricht im System der heiligen

Namen El, die Zahl 4.

Die sechste Chakra, Ajna, „drittes Auge“, Auge der Weisheit12 – die

Fähigkeit des geistigen Sehens. Ein weißer zweiblättriger Lotos. Paśyantī-vāc –

eine imaginäre, nicht artikulierbare Sprache. In der Kelchmitte ein nach unten

gerichtetes Dreieck, in dem die Silbe Om steht. Sie ist mit dem Begriff der Zeit

und dem Reich der Bilder verbunden. Ihr entsprechen die Sphären der Lichter –

Sonne und Mond, denn wer könnte sie besser verkörpern als diese beiden?

Ihr entspricht der Punkt des sogenannten „dritten Auges“, Yintang („versiegelter

Palast“), obwohl er sich auf dem vorderen Medianmeridian befindet (in der

Mitte der Nasenwurzel, zwischen den Augenbrauen), traditionell jedoch nicht

dem VC-Meridian zugerechnet wird.

Für Frauen – Mond und Krebs, für Männer – Sonne und Löwe. Saturn und

Uran hier sind entsprechend im Exil.

„Die Welt der Bodhisattvas.“

————————- WELT DER EMANATIONEN ————————-

Sahasrara

Nun erwartet uns die höchste der geistigen Welten, Olam ha-Azcilut (von

„Acal“ – ausstrahlen, aussondern), die Welt der Emanationen. Zu ihr gehören

drei Sefirot:

„Chokmah (Weisheit) – das Gehirn, der Sitz des Denkens; Binah (Verständnis) –

das Herz, denn es heißt: Das Herz begreift. Und über die letzten beiden

Sefirot heißt es: Die Geheimnisse sind dem Herrn, unserem Gott, bekannt

(5. Mose 29:28); Keter Eljon (Höchste Krone) – die königliche Krone, wie es

heißt: Am Anfang verkündet, was am Ende sein wird (Jes 46:10).“7

Dies ist die höchste Königsherrschaft, das Reich des kosmischen Geistes, im

tiantai-Buddhismus die letzte der vier „heiligen Welten“, die Welt Buddhas.

Die Sefirot, die zu ihr gehören, sind vereint, denn wie im Kommentar zu

Minzhe7 steht, „sie offenbaren sich nicht in der Welt, danach unter anderem

weist man auf ihre Entsprechung zu den inneren Organen des Menschen hin“.

Die Krone, Keter, ist nicht einfach die Spitze des Kopfes, sondern das,

was über dem Kopf liegt, „der Ort, an dem man die Tefillin anlegt“7.

Die Zahlen 1, 2 und 3 bedeuten bei den Chinesen „Himmel, Erde, Mensch“.

Wie es im Buch Dao De Jing heißt: „Aus dem Dao entstand das Eine, aus dem

Einen entstanden Zwei, aus Zwei entstanden Drei, aus Drei entstand die

Vielzahl aller Dinge“19. Zudem ist dies die christliche Dreifaltigkeit und die

drei großen geheimen Gesetze des Buddhismus u. a.

Daher beginnt diese Welt mit Saturn und nach Saturn,

der für die Europäer die höchsten Planeten verkörpert und für die Inder

Kopf und Schwanz des Drachen (die als einflussreichste unter den Planeten

galten).

Daher entspricht sie der tausendblättrigen Sahasrara-Chakra, die die Krone

des Daseins, die Wohnung des reinen Bewusstseins Shivas, verkörpert.

Ihr entspricht der Punkt 21 des hinteren Medianmeridians VG21 (20)

Qian-ding, „vorderer Hügel“; diese Entsprechung ist jedoch eher

bedingt, da sich Sahasrara qualitativ von den anderen Chakren unterscheidet

und daher keine direkte Entsprechung am menschlichen Körper haben kann.

Nun zu den Sefirot:

Die dritte Sefira, Binah (von „bin“ – unterscheiden, erkennen; vgl.

Ockhams Rasiermesser oder zhengming – „Korrektur der Begriffe“ bei den

Konfuzianern), wird durch Saturn charakterisiert: als Tor, das von einer

Inkarnation zur nächsten führt. Ihr entspricht im System der heiligen Namen

JHWH, die klassische Tetragrammaton-Zahl 8.

Die zweite, Chokmah, in ihrer sophischen Natur mit dem gesamten Tierkreis

verglichen, verkörpert die Weisheit. Der Wortstamm „chakham“ (weise

werden) geht auf „chak“ – Himmel, Kehle (vgl. russ. небо und небо) zurück,

was auch „Mund“ bedeutet (siehe zu Malchut!). Ihr entspricht im System der

heiligen Namen – Jah, der alte hebräische (und ägyptische) Mondgott der

Weisheit und Schrift, verehrt in Hermopolis und mit Thot gleichgesetzt,

Zahl des Namens – 6.

Und schließlich die erste und höchste Sefira – Keter, Krone, Gipfel

der Trigramme und aller zehn Sefirot, das Über-Ich. Ihr Name ist Echié,

Zahl 3. „Die Welt der Archetypen, die alle Ideen in ihrer ursprünglichen

göttlichen Reinheit enthält – das ist Keter.“6

Fazit

Dieses aufgebaute Schema erhebt weder Anspruch auf

Universalität noch auf den Status der letzten Wahrheit. Vor allem dient es

als Erkenntnisinstrument, dessen Vorteil in der „Kompatibilität“ liegt, d. h.

in der Verträglichkeit dieses Instruments mit den Weltmodellen, die in vielen

Systemen untersucht werden, darunter auch solchen, die im Kommentartext nur

erwähnt oder gar nicht genannt werden (Yoga, Sufismus, Theosophie,

tibetische Kosmologie u. a.).

Ihr praktischer Wert für den Astrologen besteht darin, dass sie es

ermöglicht, anhand des Geburtshoroskops zu bestimmen, welche Chakren bei

einer Person am aktivsten „arbeiten“ – oder durch angeborene

Veranlagung arbeiten sollten. Sie wurde an einer Vielzahl von

Geburtshoroskopen, darunter auch historischer Persönlichkeiten, erprobt

und hat sich als tauglich erwiesen.

Auf die Aktivität („Offenheit“) der Chakren weisen Planeten hin, die in

der Karte eine besonders auffällige, „betonte“ Position einnehmen. Dies kann

ein Stellium (eine Häufung von drei oder mehr Planeten an einem Ort), eine

Position in ihrem Haus oder im Erhöhungszeichen sein, unterstützt durch

exakte Aspekte („gute“ oder „schlechte“, in diesem Fall spielt es keine

Rolle), die Position eines Planeten im Avatarapunkt (15° Stier, Löwe,

Skorpion oder Wassermann) u. ä. Es genügt, einen solchen Planeten (oder

solche Planeten) im zentralen Kreis des Schemas zu finden, um zu

bestimmen, welche Chakra bei der Person am aktivsten arbeiten sollte, sowie

mit ausreichender Genauigkeit die zweite und dritte (nach Aktivitätsgrad)

Chakra zu ermitteln.

Die Winkel (Aszendent–Deszendent und Imum Coeli–Medium Coeli) allein

„betonen“ keine Position.

Planeten. Wenn allerdings ein „betontes“ Planet sich zudem

im Aszendenten befindet, kann dies als zusätzliches

Zeichen für die Aktivität des entsprechenden Chakras gewertet

werden.

Umgekehrt deutet ein Planet in einer schwachen Position – im Fall,

fernal (ohne Aspekte), verbrannt usw. – auf Passivität des

entsprechenden Chakras hin, auf dessen Unbearbeitheit und/oder

die Notwendigkeit, es zu aktivieren.

Der Zeitraum für eine mögliche „Öffnung“ oder Aktivierung des

Chakras wird durch Transite bestimmt, insbesondere durch Transite

hoher Planeten (ab Jupiter aufwärts) und ergänzender Planeten

(rechte Spalte des Schemas).

Das Schema gibt auch Empfehlungen, wie eine passive oder

noch stärker aktive Chakra zu aktivieren ist. Darauf weisen die

Planeten hin, die in der aufsteigenden Reihe auf der rechten Seite

unseres Schemas dargestellt sind (das ist das allgemein

übliche westliche System der Zuordnung von Planeten zu Chakren,

dessen Ursprung uns nun klar ist: Es basiert auf demselben

Prinzip von Bu-Se, dem Einfluss vom entgegengesetzten Ende her):

Ein schwacher Mars (z. B. Mars im Krebs) bedeutet beim Mann

naturgemäß eine Schwäche der Sphäre Netzach (die Unfähigkeit,

Pläne umzusetzen) und die Unbearbeitheit („Geschlossenheit“) des

Manipura-Chakras (Energieaustausch mit anderen Menschen).

Ihr entspricht in der rechten vertikalen Spalte die Venus, die

dem Astrologen erstens den Hinweis gibt, die Venus in seinem

Geburtshoroskop zu überprüfen, die sich in der Regel ebenfalls

in einer ungünstigen Position befindet, und zweitens den Rat,

das Prinzip von Bu-Se anzuwenden: die Venus zu stärken (kurz gesagt,

auf das Äußere achten, öfter ins Theater gehen, Frauen Blumen

schenken, kurz gesagt – lernen, sich selbst und andere zu lieben).

Empfehlungen, wie man ein bestimmtes Chakra „deaktivieren“

(„schließen“) kann, gibt das Schema nicht.

Ergänzungen

Wie die Anzahl der Planeten weder auf die klassischen sieben

noch auf die bisher entdeckten zehn begrenzt ist, so ist auch die

Anzahl der Chakren nicht auf die klassischen sechs (oder sieben,

wenn man Sahasrara mitzählt) beschränkt. „Es gibt Chakren, und ihre

Anzahl ist für jeden Menschen unterschiedlich. Der eine hat sieben,

ein anderer neun, der eine mehr, der andere weniger … tatsächlich

gibt es unendlich viele Chakren.“10 Die Inder berücksichtigten

auch eine Reihe „zusätzlicher“ Chakren – Lalana-Chakra,

Manas-Chakra, Soma-Chakra und einige andere.1 Ich konnte nur

wenige davon erforschen; vielleicht möchte ein Leser diese Arbeit

fortführen und uns dann mehr verraten.

So entdeckte der berühmte Forscher Woodroffe (der auch unter

dem Pseudonym Arthur Avalon20 schrieb), als er alte

indische Traktate analysierte, auf einer Abbildung unter dem

zwölfblättrigen Lotos der Anahata-Chakra eine kleine Darstellung

des Akitra-Chakras. Eine solche Anordnung bedeutet jedoch, dass

Akitra nicht unterhalb von Anahata liegt, sondern tiefer, auf

einer anderen Ebene oder, wie die Anhänger der Integralen Yoga

sagen, auf dem kausalen (ursächlichen) Körper.

Obwohl die Acht (Akitra hat acht Blütenblätter) als Zahl der

Venus3 gilt, ist dieses Chakra nicht nur mit Venus (und Anahata)

verbunden, sondern auch mit Saturn als einer der Verkörperungen

des Vaters und Herrn des Universums (vgl. die Acht als Zahl der

Sphäre Jesod und des Muladhara-Chakras) und mit Uranus als

Symbol der kosmischen Balance („Weltgewissen“).

Zwischen Saturn und Uranus verläuft die Umlaufbahn von Chiron –

des 1977 von Charles Kowal entdeckten Planetoiden. Chiron

entspricht der zusätzlichen (11.) Sphäre Daat, die sich normalerweise

in der Welt der Schöpfung (Olam Briah) auf der geraden Linie

befindet, die Tiferet (Venus) mit den drei höheren Sphären der

Welt der Emanationen (Olam Atzilut) verbindet: „Da’at – Wissen –

öffnet eine Welt der anderen, hilft, den Abgrund zu überwinden und

verbindet Keter mit Tiferet – der „Schönheit“ auf dem zentralen

Stamm des „Baumes der Balance“. Das Bild von Da’at wird bei der

Betrachtung der Sephiroth normalerweise weggelassen und teilweise

in Tiferet integriert, und Tiferet sollte mit dieser Korrektur

betrachtet werden.“6 Zur Veranschaulichung bringen wir das

Schema des kabbalistischen Baumes, das von Semira und V. Vetash

erstellt wurde.

Auf einer anderen Abbildung desselben Traktats – 21 – befand

sich über der Stirn eines Menschen, oberhalb des Ajna-Chakras, eine

kleine Darstellung des Zwölffaltigen Lotos, des Dvadasharna- oder

Manas-Chakras. Dieses Chakra, das sich ebenfalls auf dem

kausalen Körper befindet, verkörpert das „Himmlische Herz“, ein

allgemeines Konzept des Lichts, das Sonne und Mond vereint, und

das allgemeine Konzept des Blicks, der beide Augen – das rechte

und das linke – verbindet. „Wie das körperliche Herz das Zentrum

der äußeren Welt ist, so ist das Himmlische Herz das Zentrum der

inneren Welt, das durch Meditation und Konzentration erfahrbar

wird.“20 Es wird auch als Manas-Chakra bezeichnet und gilt als

Symbol des „feinstofflichen Geistes“ – Manas20.

Als Symbole des „feinstofflichen Geistes“, der Wechselwirkungen

höherer Ordnung in der modernen westlichen Astrologie, gelten die

Asteroiden, die sich auf den Umlaufbahnen zwischen Mars und

Jupiter bewegen, den Trümmern des mythischen Phaeton, vor allem

Ceres, Pallas, Juno und Vesta. Es liegt nahe, Dvadasharna mit den

Asteroiden und der Sephira Binah („der Zerschneidende“, d. h. der

Verstehende, der Verstand) zu verbinden, doch für eine solche

Schlussfolgerung reichen die gesammelten Daten noch nicht aus.

Die Anhänger der Globaschule verwenden den fiktiven Planeten

Phaeton, dessen Eigenschaften in einigen Zügen mit Juno übereinstimmen;

vielleicht gelingt es ihnen, eine detailliertere Untersuchung

durchzuführen? Wie auch immer, ein direkter Zusammenhang mit dem

kabbalistischen Baum konnte bei Dvadasharna nicht hergestellt werden.

Und schließlich wird an der Spitze, im Zentrum der Dunkelheit, ein

Punkt hervorgehoben, der als Bindu bezeichnet wird. Dieses Wort

bedeutet „Tropfen“; ebenso wird das Zeichen Anusvara genannt – ein

Punkt über oder unter einem Buchstaben des Devanagari-Alphabets,

der auf seine nasale Aussprache hinweist (alle heiligen Wörter,

vor allem Mantras, werden nasal ausgesprochen).

Die hinduistischen Brahmanen rasieren sich den Kopf und lassen

eine Haarlocke genau an dieser Stelle wachsen. Sie gilt als mystischer

Mittelpunkt der Seele und wird auch als Soma-Chakra bezeichnet.

Seine Symbole sind der zunehmende Mond und die Mondnacht. Es

wird mit der Produktion von männlichem Samen (Hoden)2 in

Verbindung gebracht.

Im System der Kabbala gibt es eine weitere zusätzliche Sephira,

die als Klifot (Plural von Klifa – „Schale, Hülle“) bezeichnet wird:

negative, „unreine“ Formen des Seins, ein Nebenprodukt des

Schöpfungsaktes. Manchmal wird sie auch als zusätzliche (12.)

Sephira betrachtet, deren Bedeutung der des Pluto in der Astrologie

entspricht.

Im Baum der Kabbala wird sie als eine Art Schatten der Triade

der höheren Sephiroth der Welt der Emanationen dargestellt. Es liegt

nahe anzunehmen, dass der Schatten der Triade selbst aus drei Teilen

besteht. Auch Bindu wird in drei Elemente oder Teile unterteilt:

Ichha (Wille), Jnana (Wissen) und Kriya (Handlung)12.

Semira und V. Vetash assoziieren Klifot ebenfalls mit Pluto – nicht

mit dem Pluto unseres zentralen Kreises, sondern mit dem Planeten,

der in der rechten vertikalen Spalte des Schemas fehlt. Theoretisch

könnte man Klifot auch mit anderen fehlenden Planeten in

Verbindung bringen, d. h. mit hypothetischen transplutonischen

Planeten, doch erstens sind die Daten über den Charakter von

Transpluto – Isis und vor allem Transpluto – Proserpina noch zu

zweifelhaft, und zweitens ist dies nicht notwendig. Vor allem, weil

Pluto in der modernen astrologischen Anatomie dem „Schenkel“

entspricht, mit dem die alten Hebräer schworen, d. h. den Hoden.

Semira und V. Vetash schreiben dazu: „Klifot ist die

Reservekraft des gesamten Systems. Klifot zeigt sich zunächst als

Potenzial von Keter – und als Chaos des Abgrunds, das der

zukünftigen Weltharmonie entgegensteht. Dann entsteht auf jeder

Stufe der Schöpfung sein eigenes Klifot, um das bereits Geschaffene

auszugleichen und die Möglichkeit zu schaffen, Kräfte für eine neue

Emanation zu sammeln – und erst wenn die Schöpfung abgeschlossen

ist, wird Klifot zu einem unleugbaren Übel, da seine Kräfte entweder

eine neue Evolutionsstufe erfordern oder drohen, sie rückgängig zu

machen. Von allen Klifot, die in Malchut entdeckt wurden, wird nur

das Potenzial der Fruchtbarkeit der Venus – die natürliche Leidenschaft

– vom Menschen nicht allzu negativ wahrgenommen.“6

Diese Beschreibung passt auch vollständig zu Bindu. Umso mehr,

als Venus

existiert nicht nur in der irdischen und himmlischen, sondern auch in der weiblichen und

männlichen Gestalt (Aphroditon, das venussche männliche Gottwesen auf Zypern

u. a.), und die Fähigkeit des Pluto, „Böses“ zu wirken (wenn auch ungewollt),

ist allgemein bekannt.

Damit schließen wir vorerst unsere Untersuchung ab. Der Leser hat

wahrscheinlich bereits erkannt, dass sie reichhaltiges Material zum

Nachdenken bietet. Der Autor wäre den Lesern für alle Hinweise und

Anregungen dankbar.

Literatur:

1. Jefimenko W. Konzeption von Shakti in der indischen Kultur. 1992, als Manuskript.

2. Saraswati, Swami Satyananda. Asana Pranayama Mudra Bandha. Bihar, Indien 1977.

3. Hinze, Oscar Marcel. Tantra Vidya. Basierend auf Archaic Astronomy and Tantric Yoga. Delhi 1989.

4. Semira. Die Kunst der Astrologie. Leningrad, 1989, Samisdat.

5. Schermer, Barbara. Astrology Alive. Northampton, GB 1989.

6. Semira, Wetasch W. Kabbala. Teil I. 1990, als Manuskript.

7. Mincha le-Erew Schabbat. Sidur Tefilat ha-Schem, Jerusalem 1990.

8. Sefer Jezira, zit. nach /7/.

9. Radhakrishnan S. Indische Philosophie, übers. aus dem Engl., Bd. 1, Moskau, 1956.

10. Rajneesh, Bhagwan Shri. Meditation: Die Kunst innerer Ekstase. Rajneesh Foundation, Poona, Indien 1977 (russ. Übers. Samisdat).

11. Vgl. z. B. Ps 24:2; Kommentar s. Nikelski N.M. Ausgewählte Werke zur Religionsgeschichte. Moskau, 1974.

12. Shah, Pragna R. Tantra: Its Therapeutic Aspect. Punthi Pustak, Kalkutta 1987.

13. Koechlin de Bizemont, Dorothée. L’Astrologie Karmique. Paris 1983.

14. Luwsan, Gawaa. Traditionelle und moderne Methoden der östlichen Reflexotherapie. Moskau, 1986.

15. Huber B., Huber L. Die Berechnung des Horoskops. Adliswil/Zürich 1988.

16. Arsenjew W.R. Tiere = Götter = Menschen. Moskau, 1991.

17. Jisch Jeza’a ma-Cheschbon. N. Rosenberg, Brooklyn, NY 1986.

18. Podwodny A. Kabbala der Zahlen. Moskau, 1989 (Samisdat).

19. Dao De Dsching. Übers. aus dem Chines. von W. Perelischin. Rio de Janeiro, 1971.

20. Woodroffe, John. The Serpent Power. Madras 1918.

21. Purnanandayati, Sri. Sat-Cakra Nirupana, 1577.

Erforschen Sie die Astrologie tiefer

Kostenlose Rechner, Geburtskarte, Online-Tarot und andere Tools zur Selbstfindung.

Teilen:

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Updating
  • Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.